Kuratorische Praxis und Filmvermittlung in der (post)migrantischen Gesellschaft
15. September, 10:30 – 12:00 Uhr, MBR
Polyvision meint nicht nur das Schauen von unterschiedlichen Standorten aus, sondern auch das Mitdenken verschiedener Zeitlichkeiten: Wie lässt sich Zusammenleben jenseits eines linearen Vorher-Nachher immer neu in anderen Ästhetiken ausprobieren – gemeinsam mit der transnationale Stadtgesellschaft und im Kino. Das Gespräch lotet die Möglichkeiten von Filmbildung in einer zunehmend diversen Gesellschaft aus. Welche Narrative wurden aufgenommen, welche bewusst oder unbewusst ausgeschlossen? Wer besitzt das Wissen und die Mittel, um Lücken zu benennen und neue Perspektiven in den Diskurs einzubringen? Wie lässt sich eine plurale Erinnerungskultur fördern?
Sprachliche Verständigung allein reicht oft nicht mehr aus; wir müssen Wahrnehmung, Gefühle und Affekte stärker mitdenken. Der Film ist als hybride, soziale Ausdrucksform geradezu prädestiniert, das Zusammenleben zu stützen und immer neu zu erproben – gerade weil er zeigt, was Sprache nicht fassen kann. Dahinter steht auch ein Wille zur Zukunft.
Beteiligte
Ömer Alkin ist Medien- und Kulturwissenschaftler, seine Forschungsschwerpunkte sind Ästhetik, Migration, Rassismus, audiovisuelle Kultur sowie Bildung. Seine Studie „Die visuelle Kultur der Migration“ stellt eine erste umfassende Geschichte und Analyse des deutsch-türkischen Kinos dar. Er ist zudem Reihenherausgeber und Initiator von RACISM/SOCIETY (VS Springer) sowie den Postmigrantischen Audiovisionen.
Malve Lippmann ist Künstlerin, Kuratorin und Kulturmanagerin. Sie ist Mitgründerin und künstlerische Leiterin von bi’bak und SİNEMA TRANSTOPIA in Berlin, wo sie für zahlreiche Programme, Veranstaltungen und Ausstellungen verantwortlich war, darunter das internationale Symposium Cinema of Commoning (2022 und 2024). Seit 2025 ist sie Mitglied der Jury des Residenzprogramms Kulturakademie Tarabya sowie Mitglied des Rates für die Künste Berlin.