Das Kino als Dritter Ort

Donnerstag, 14:30 – 16:00
Theater
In Frankfurt am Main hat ein queer-feministisches Kollektiv ein leerstehendes Kino besetzt und anschließend zusammen mit Kinobegeisterten und der Nachbarschaft ein Konzept für den kommunalen Kulturort „Neues Berger“ entwickelt. Ein Gespräch über Herausforderungen und Potentiale des Projekts sowie über die Rolle einer kulturellen Filmbildung für die Beziehung zwischen Kino und Stadt.
Seit Jahren kämpft das queer-feministische Kollektiv Berger Kino für eine Wiedereröffnung des stillgelegten Kinos in Frankfurt. Aus der anfänglichen Besetzung und dem damit verbundenen Kulturprogramm hat sich eine Struktur entwickelt, die in engem Kontakt mit Nachbarschaft und Stadt sowie anhaltendem Dialog mit dem Eigentümer an einem Konzept für das Neue Berger als kommunalen Kulturort arbeitet. Mit den Kollektivmitgliedern Finja Dorner und Orlando Bohnacker sprechen wir über konkrete Herausforderungen und utopische Potentiale des Projekts sowie darüber, was Kino und Stadtteil füreinander sein können und welche Rolle darin ein kulturell gefasster Begriff von Filmbildung spielt.
Beteiligte
Finja Dorner ist eine 18-jährige Film- und Kinoenthusiastin sowie Kurator*in und aktiv im Berger Kino. Finja interessiert besonders der Perspektivenaustausch und die Gemeinschaft, die Kino und Film schaffen können. Queere und alternative Perspektiven sind für Finja besonders wichtig. Aktuell geht Finja vor allem ehrenamtlichen Tätigkeiten und Aktivismus nach.
Orlando Bohnacker ist queere*r Filmemacher*in, Kurator*in und aktiv für selbstorganisierte, unkommerzielle Kulturräume in Frankfurt, wie das Berger Kino und die Dondorf Druckerei. Orlando legt dabei besonderens Wert auf kollektive Kulturarbeit, Zugänglichkeit, queere Perspektiven und Empowerment.
Alejandro Bachmann ist Filmarbeiter mit Schwerpunkten im Vermitteln von und Schreiben über Film sowie in der Zusammenstellung von Filmprogrammen. Seit 2023 ist er Professor für Filmgeschichte und Filmtheorie an der Kunsthochschule für Medien Köln. Er ist (Co-)Herausgeber mehrerer Publikationen und Mitglied des Vorstands von Lichtspiel – Netzwerk kulturelle Filmbildung. Lebt in Köln.
Maria Mohr ist Filmemacherin, Filmvermittlerin und seit 2023 Professorin für Film und Video an der Merz Akademie – Hochschule für Gestaltung Kunst und Medien, Stuttgart. Sie ist Mitglied der AG DOK und Mitgründerin der Vereine Pro Quote Regie (heute: Pro Quote Film) und Lichtspiel – Netzwerk kulturelle Filmbildung. Lebt in Berlin und Stuttgart.