Zwischen Produktion, Rezeption und Archiv

11. September, 17:00 – 18:00, Theater, Universität zu Köln





Der Begriff Aesthetics of Access (Ästhetiken der Barrierefreiheit) wurde Ende der 1980er Jahre von der britischen Graeae Theatre Company geprägt. Gemeint ist eine künstlerische Praxis, in der Barrierefreiheit von Anfang an als integraler Bestandteil künstlerischer und produktioneller Prozesse verstanden wird, anstatt sie nachträglich in eine bereits fertige Arbeit zu integrieren.
Der aus der darstellenden Kunst stammende Begriff wurde auch von Filmschaffenden und Videokünstler*innen aufgegriffen und in unterschiedlichen künstlerischen Formen weiterentwickelt. Anhand ausgewählter Film- und Videobeispiele nimmt das Panel diese Perspektiven zum Ausgangspunkt, um gegenwärtige Praktiken der Archivierung, Filmproduktion und -rezeption aus einer ableismuskritischen Perspektive zu diskutieren.
Wie verändert Aesthetics of Access Montage, Rhythmus und Wahrnehmung? Was bedeuten Konzepte wie Crip Time und Access Intimacy für die zeitlichen und sozialen Bedingungen von Filmprozessen? Und was bedeutet das für die Filmvermittlung?
Beteiligte
Judith Greitemann beschäftigt sich in ihrer filmischen und forschenden Praxis mit anti-ableistischen Erzählweisen und Produktionspraktiken. Sie studierte Kulturwissenschaften (B.A.) an der Universität Hildesheim und Kunst im Kontext (M.A.) an der Universität der Künste Berlin. Derzeit forscht sie am IMAI – Inter Media Art Institute zur Zugänglichkeit audiovisueller Kunst im digitalen Raum.
Vika Gurina, geboren in Bischkek, ist Regisseurin, Drehbuchautorin, Videokünstlerin und Filmvermittlerin. Sie arbeitet freiberuflich an der Schnittstelle von Theater, Film und Kunst. An der Kunsthochschule für Medien Köln studiert sie seit 2021 Mediale Künste mit dem Schwerpunkt Regie und Produktion. Sie engagiert sich für mehr Zugänglichkeit und den Abbau von Barrieren in der Filmbranche.
Martin Holst ist 59 Jahre alt und entdeckte seine Leidenschaft für das Kino bereits als Kind durch expressionistische Stummfilme. Als hochmotivierter Kinogänger wurde sein Seherlebnis maßgeblich durch das Kino als Erfahrung geprägt und schaut als fast tauber Mensch Filme bevorzugt im Originalton mit Untertiteln. Neben seiner Leidenschaft für das Kino beschäftigt er sich auch aktiv und passiv mit dem (Tanz-)Theater und berät zudem andere Akteure in Fragen der Barrierefreiheit bei Kulturevents. Er lebt in Köln.
Katja Lell arbeitet zurzeit als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Kunsthochschule für Medien Köln mit einem Schwerpunkt auf inklusive, diskriminierungskritische Perspektiven des Kinos sowie als stellv. Lehrkraft für besondere Aufgaben in der Ästhetische Erziehung an der Universität zu Köln.
Barrierefreiheit und Zugänglichkeit
- Sprache & Untertitel: Das Panel findet in deutscher Lautsprache und Übersetzung in Deutscher Gebärdensprache (DGS) statt.
- Hörunterstützung: Menschen mit Hörgeräten können eine mobile induktive Hörunterstützung nutzen. Die dafür benötigten Induktionsschlingen können vor Ort ausgeliehen werden. Bitte gebt bei der Anmeldung Bescheid, wenn ihr die Hörunterstützung nutzen möchtet. Es werden einige Filmbeispiele eingespielt, für die leider nur der Raumton über Induktion empfangen werden kann, nicht der Filmton.
- Zugang: Der Veranstaltungsraum Theater befindet sich im 2. Obergeschoss des Bauteils 2 (BT2) der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Der Zugang ist stufenlos über einen Aufzug möglich. Für den Zugang zum Theater wird der nördliche Eingang auf der Ostseite in Richtung Kanal empfohlen. Auf dem Weg zum Veranstaltungsraum müssen mehrere Zwischentüren passiert werden, die nur teilweise elektrisch zu öffnen sind.
- Toilette: Im Bauteil 2 befindet sich keine barrierefreie Toilette. Eine rollstuhlgerecht erreichbare Toilette befindet sich im Hauptgebäude (BT1) und ist über den Aufzug erreichbar. Für die Nutzung wird ein Euroschlüssel benötigt. Dieser kann vor Ort bei uns ausgeliehen werden.
- Sitzplätze: Wir können rollstuhlgerechte Plätze sowie andere barrierefrei erreichbare Sitzplätze reservieren. Bitte gebt euren Bedarf bei der Anmeldung an.
- Unterstützungsbedarf: Unterschiedliche Unterstützungsbedarfe können bei der Anmeldung angegeben werden. So können wir uns entsprechend auf euren Besuch vorbereiten.
- Fragen zur Barrierefreiheit: Bei Anliegen und Fragen zur Barrierefreiheit melde Dich dafür gerne unter anmeldung@lichtspiel-netzwerk.de.